
Siegen, 22.01.2012 01:46 Uhr
Die geplante Neustrukturierung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) am Haardter Berg ist zunächst vom Tisch. Erst soll eine Projektgruppe die aktuelle Situation und den künftigen Bedarf von Studierenden der Uni Siegen und Anwohnern ermitteln.
Die Bürger des Haardter Bergs dürften zufrieden gewesen sein. Gut eine Stunde berieten Verkehrs- und Bezirksausschuss am Donnerstag in einer gemeinsamen Sitzung. Rainer Streif (für die Anwohner) und Julian Hopmann vom AStA der Uni erhielten sogar ein Rederecht, um ihre Standpunkte darlegen zu können. Am Ende waren sich fast alle Beteiligten einig: Um den ÖPNV rund um den Haardter Berg langfristig zu verbessern bedarf es zunächst einer eingehenden Analyse und einer Einschätzung des künftigen Bedarfs. Einstimmig empfahlen die beiden Ausschüsse in separaten Abstimmungen dem Rat, eine Projektgruppe mit Vertretern der Anwohner, Uni, VWS und ZWS sowie den Fraktionen ins Leben zu rufen.
Rückblick: Im April vorigen Jahres hatten sich die Anwohner mit der Bitte an die Stadt Siegen gewandt, die durch den zunehmenden Busverkehr verschlechterte Lebensqualität wieder zu verbessern. Auch die Stadt ihrerseits sah aufgrund der steigenden Studentenzahlen dringenden Handlungsbedarf. Fünf Varianten wurden erstellt, von denen die Verwaltung die erste favorisierte - die allerdings bis auf wenige Änderungen dem aktuellen Zustand sehr ähnlich ist.
"Keine der fünf Varianten ist abstimmungswürdig", brachte es Julian Hopmann für den ASta auf den Punkt und warnte zugleich vor "einem Schnellschuss". Auch Rainer Streif, der sich in den vergangenen Tagen vehement für die Belange der Anlieger eingesetzt hatte, machte klar, dass die ausgearbeiteten Vorschläge nicht akzeptabel seien. Zugleich präsentierte er eine weitere, von den Bürgern erarbeitete Alternative.
Die Politiker zeigten sich einsichtig; Anregungen gab es dennoch: Silke Schneider (Linke) regte an, den geplanten "Campus Mitte" in der Siegener Oberstadt mit in die Überlegungen einzubeziehen. Dr. Gero Kunter (Grüne) machte klar, dass der zu findende Kompromiss weder für Anwohner noch für Studenten eine Verschlechterung zur Folge haben dürfte. Bernd-Dieter Ferger (CDU) regte an, das Konzept bis auf den Bahnhof auszuweiten und die "Bus-Bahn-Beziehung" zu überdenken. Darüberhinaus solle der Lehrstuhl für Stadt- und Verkehrsplanung der Uni Siegen mit ins Boot geholt werden.
Wie die Planungsgruppe zusammengesetzt wird, entscheidet letztlich der Rat. Und der tagt am 29. Februar.
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